Von der Altstadt (Zona Velha) führt uns die „Rua do Lazareto“ ostwärts an der Kirche Santa Maria Maior hoch zum ehemaligen Typhus-Lazarett. Nach wenigen hundert Metern ragt gegenüber der Autowerkstatt „Auto Lazer“ ein hohes Tor in den Himmel; dahinter verbirgt sich, abgeschottet und verlassen, der jüdische Friedhof. Die beiden Geschäftsleute Isaac Esnaty und Judah Aloof hatten das Gelände um 1851 für ihre kleine Gemeinde erworben. Der Ort entsprach den damaligen Vorschriften, die festlegten, dass ein Friedhof für Nicht-Katholiken außerhalb der Stadtmauern liegen müsse.
Parallel zur Tagung der Internationalen Walschutz-Kommission (IWC) in Madeiras Hauptstadt wurde im ländlichen Prazeres eine kleine Ausstellung eröffnet. An den Wänden im Konferenzraum des für sein Umwelt-Engagement bekannten Hotels Jardim Atlantico hängen seit Mitte Juni zwanzig großformatige gerahmte Fotografien von Walen, mit Erläuterungen versehen. Initiatorin Claudia Gomes: „Es geht bei der Konferenz der IWC um den Schutz der großen Meeressäuger. Die kleinen Wale, wie wir sie vor der Küste Madeiras gesehen und fotografiert haben, sind in keiner Weise geschützt.“
Europa ist bei den Wahlen am 7. Juni deutlich nach rechts gerutscht. Besonders die Erfolge rechtspopulistischer Kräfte in den Niederlanden und Österreich sorgten für Furore. Die Wiederwahl des Konservativen José Manuel Durão Barroso zum Präsidenten der Europäischen Kommission gilt angesichts der klaren Mehrheit des rechts-bürgerlichen Lagers als sicher. Barrosos Herkunftsland Portugal verzeichnete bei der Europawahl zwar keinen rechtsextremen Überraschungscoup. Allerdings macht Barrosos Partei an ihren Rändern den portugiesischen Ex-Diktator wieder salonfähig und knüpft in Geist und Worten an den alten Faschismus an.